Umgebung / Historie

1951 wurden bei Ausgrabungen an der Buschkrug- Ecke Blaschkoallee ein Skelett (das sog. "Britzer Mädchen") mit Grabbeigaben aus der Zeit 400 bis 600 n. Chr. gefunden. Dieser Fund belegt, dass Menschen in dieser Gegend schon sehr früh gesiedelt haben.

 

Siedlung am Birkenwäldchen

Der Ursprung des Ortsnamens liegt – wie bei allen märkischen Orten, die mit Bries…, Brietz… und Britz… beginnen, beim slawischen Wort bříza (bzw. polabisch breza) für Birke, vergleichbar mit den parallelen Namensbildungen für Orte, die mit Buch…, Buck… und Bück… beginnen (slaw. buk = Buche) sowie für Orte, die mit Liep… beginnen (slaw. lipa = Linde). Daher liegt die Vermutung nahe, dass Britz von Slawen begründet wurde, die bereits seit dem späten 6. und im 7. Jrhd. in Germania Slavia heimisch waren. An das Birkenwäldchen, an dem die Siedlung früher lag, erinnern heute nur noch vereinzelt stehende Birken.

Seit dem 13. Jahrhundert war die in den Ritterstand erhobene Familie derer von Britzke Lehensbesitzer und Bewohner des Ritterguts. Diese gehörten zum alteingesessenen, brandenburgischen Adel und gelten als die Gründer des Dorfes Britz. So wurde ein Henricus de Breches schon 1261 genannt. Die Existenz der zugehörigen Dorfkirche kann für spätestens 1268 als gesichert angenommen werden.
Die älteste urkundliche Quelle als Nachweis für das Dorf Britz stellt das Landbuch Kaiser Karls IV. aus dem Jahr 1275 dar. Neben dazugehörigen 58 Hufen Land werden 14 Kossäten als Bewohner genannt. Des Weiteren werden ein Krug und ein Gasthaus erwähnt. Der alte Dorfkern befindet sich in der Straße „Alt-Britz“.

Otto von Britzke, der die Patronatsrechte besaß, trug dazu bei, dass sich Kurfürst Joachim II. bereits im Jahr 1539 zum lutherischen Glauben bekannte.
Leider blieb das Dorf von Kriegen nicht verschont. So zogen anlässlich des Kriegsausbruchs in Böhmen im Juni 1620 erst englische Truppen, wenig später ein Regiment des Herzogs Wilhelm von Weimar plündernd durch Britz.
Bedingt durch die verheerenden Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs und wiederholte Erbteilungen war die verwitwete Katharina von Britzke 1699 zum Verkauf des Anwesens an den preußischen Kurfürsten gezwungen. Mit ihr erlosch im gleichen Jahr das Geschlecht der Britzkes.

 

Seidenraupen auf Maulbeerbäumen

Im 18.Jahrhundert verlangte es den Adel nach seidenen Gewändern. Um die steigende Nachfrage decken zu können, drängte Friedrich der Große seine Untertanen, sich an der Produktion von Seide zu beteiligen. Über das hierfür erforderliche Wissen für die Seidenherstellung und Kultivierung von Maulbeerbäumen verfügten die gerade nach Preußen eingewanderten Hugenotten, französische Glaubensflüchtlinge, die v.a. in Böhmisch Rixdorf angesiedelt wurden. Zusätzlich förderte der König die Seidenraupenzucht und Seidenherstellung mit Subventionen und Preisgarantien.
Der preußische Minister Graf Ewald Friedrich von Hertzberg (1725-1795) errichtete um 1765 auf dem Britzer Gutshof einen seideproduzierenden Musterbetrieb. Zu diesem Zweck ließ er in Britz über 1.000 weiße Maulbeerbäume anpflanzen. Die Betreuung der Seidenraupen war eine willkommene Zuverdienstmöglichkeit für viele arme Familien. Besonders fleißige Seidenbauern belohnte der Graf mit Prämien und zwischen 1783-1793 mit einer Gedenkmünze in Gold und Silber mit der Aufschrift „Sie kleidet den Reichen - Sie naehret den Armen".
Mit dem Tod Friedrichs des Großen 1786 wurden die Subventionen allerdings wieder eingestellt, die Seidenproduktion verlor daher bald an Bedeutung.

 

Rosenbritz

Der Botaniker Franz Ludwig Späth (1839-1913) verlegte um 1864 seinen Gärtnereibetrieb von der südlich der Spree gelegenen Köpenicker Straße auf die Rudower Wiesen zwischen Johannisthal und Britz. Weitere Betriebe wie der von August Noack, Friedrich Schwarz, und Hugo Schlösser (1920) siedelten sich in der Umgebung an.
Der Lehmboden bot eine gute Grundlage für die Rosenzucht, die von den namhaften Gärtnereien hier im großen Stil betrieben wurde. Infolgedessen wurde Britz ab 1870 wegen der zahlreichen Gewächshäuser als „gläserne Rosenstadt“ bekannt. In 15 Tagen wurden bis zu 3 Millionen Rosen geschnitten und mitunter zu Rosenöl verarbeitet, daher wurde Britz zuweilen auch als Rosenfabrik bezeichnet. Anlässlich dieser Leistung wurde 1911 das erste Britzer Rosenfest mit Gästen aus aller Welt gefeiert. Höhepunkt des von da an jährlich stattfindenden Festes mit Umzügen und geschmückten Festwagen war die Wahl der Rosenkönigin. Die Tradition des Rosenfestes wurde ab 1953 in abgewandelter Form als Britzer Baumblüte mit Bierzelt, Karussells und Schaustellergeschäften, Höhenfeuerwerk wiederaufgenommen und wird bis heute alljährlich im Frühjahr fortgeführt – Ostereiermalen inklusive.
Noch heute sind zahlreiche Gärtnereien entlang der Mohriner Allee ansässig, die insbesondere am Wochenende Berliner aus allen Bezirken anziehen. An die Zeit der Rosenzüchter erinnern noch die in der Mohriner Allee und im parallel verlaufenden Koppelweg vereinzelt stehenden, alte Gewächshäuser und der Noack-Turm an der Grenze zu Mariendorf. Der Turm wurde 1922 zur Wasserversorgung der zahlreichen Gärtnereien entlang der damaligen Britzer Straße errichtet. Heute dient er Pfadfindern des Stammes AVALON als Sitz.

 

Britz – Neukölln - Berlin

Bei der Bildung Groß-Berlins 1920 wurde Britz zusammen mit den Dörfern Buckow und Rudow als Bezirk Neukölln am 1.10.1920 eingemeindet. Wenige Jahre später entstand auf dem Ackerland des ehemaligen Rittergutes Britz die Großsiedlung Britz, u.a. nach Plänen von Bruno Taut. Dort wohnten viele Anhänger der Sozialdemokraten und Kommunisten, so dass es nicht verwundert, dass sich hier in den Folgejahren Widerstand gegen den Nationalsozialismus formierte.
Großangriffe alliierter Bomberverbände auf Britz und Umgebung hinterließen 1943 erhebliche Schäden – auch der Kirchturm der Britzer Dorfkirche brennt dabei ab. Die damaligen Eigentümer unseres Hauses werden in dieser Zeit den heute noch vorhandenen Luftschutzraum im Keller intensiv genutzt haben. Noch heute sichtbare Einschusslöcher an der Fassade des Hauses bezeugen, dass später auch Artillerie vor Ort war. Für Britz endete am 25. April 1945 der Zweite Weltkrieg mit der Eroberung durch sowjetische Truppen. Neukölln wurde zunächst drei Monate lang von der Roten Armee kontrolliert, danach wurde der Bezirk Teil des amerikanischen Sektors.
Infolge des Mauerbaus entstand als Symbol für die Berliner Teilung ein weiteres Britzer Wahrzeichen – die 160m hohen und damit weithin sichtbaren Sendetürme des RIAS („Rundfunk im amerikanischen Sektor“). Sie dienten zunächst der Rundfunkversorgung der Berliner, später aber auch der Bewohner in der DDR. Die Türme sind noch heute in Betrieb und übertragen das Deutschlandradio-Programm.
Am 26. April 1985 wurde die 18. Bundesgartenschau (BUGA) – der heutige Britzer Garten – eröffnet. Das fast 100 Hektar große Parkgelände mit einem künstlichen See ist äußerst abwechslungsreich gestaltet.
1988 wird das restaurierte Schloss Britz der Öffentlichkeit  übergeben und zusammen mit dem Gutshof bis 2008 sukzessive zu einem Kulturzentrum ausgebaut.
Weitere Details zur Geschichte in chronologischer Abfolge finden Sie hier.

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Fête de la Musique am 21. Juni

In weltweit 340 Städten wird zu Beginn des Sommers die Musik gefeiert - in Berlin treten auf etwa 90 Bühnen Künstler auf und bieten ihrem Publikum kostenfrei ihre Musik dar. Von Punk über Gospel bis zu Indie-Rock oder Reggae ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und wer noch weiter feiern möchte, wenn die Sonne längst untergegangen ist, der kann auf der Fête de la Nuit in den Häusern und Clubs Berlins weiterfeiern. http://www.fetedelamusique.de/berlin/

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