Umgebung / Sehenswürdigkeiten / Britzer Dorfkirche

Das aus Feldsteinen gebaute Gotteshaus steht auf einer kleinen Anhöhe über dem Britzer Dorfteich und war ursprünglich außerhalb des Dorfes gelegen. Damals war die Kirche vermutlich noch von drei Seiten mit Wasser umgeben. Diese abseitige, geschützte Halbinsellage ist für eine einfache Dorfkirche eher ungewöhnlich und nur vergleichbar mit der Dorfkirche Ihlow nordöstlich Berlins und mit der Komtureikirche der Tempelritter im nahen Tempelhof. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass nicht nur die damaligen Dörfer Mariendorf, Marienfelde und Tempelhof westlich von Britz auf Gründungen der Tempelritter zurückgehen, sondern eventuell auch Britz dazugehörte.

Wenngleich das Karolinische Landbuch als älteste erhaltene Urkunde die Existenz des Dorfes Britz erst für das Jahr 1375 ausdrücklich dokumentiert, so zeigt das Chronogramm der Kirchenglocke (s.u.), dass zumindest die Kirche –aber vermutlich damit auch das Dorf Britz– mindestens 100 Jahre älter sein muss.

Bereits im April 1539 schloss sich Britz dem geistigen Aufbruch –der Reformation– an.

Die alte Wetterfahne mit dem Wappen derer von Britzke, ihren Buchstaben D.V.B (Die von Britzke) und der Jahreszahl 1620 erinnerte an die Zeit, als infolge des Kriegsausbruchs in Böhmen erst englische Truppen und dann wenig später ein Regiment des Herzogs Wilhelm von Weimar durch Britz zogen und alles plünderten, dessen sie habhaft werden konnten.

Britzer Dorfkirche Britzer Dorfkirche Britzer Dorfkirche Britzer Dorfkirche Britzer Dorfkirche

Der barocke Kanzelaltar stammt aus dem Jahre 1720. Er erinnert u.a. an die religiöse Verwurzelung der preußischen Minister Ilgen und Hertzberg aus Britz. Beiden Britzer Schlossherren, die zugleich Patronatsherren der Dorfkirche waren, lag die Befreiung der Bauern von der Leibeigenschaft und die wirtschaftliche Modernisierung am Herzen.

1766 wurde die Sakristei angebaut, die ursprünglich als Gruft für die Hertzbergs geplant war.

Am 29.12.1943 brannte der Kirchturm infolge eines Bombenangriffs aus; die alte Marienglocke wurde dabei zerstört. An der Glocke war neben der Aufschrift “O rex gloriae Christi, veni in bona pace.” ("O König des Ruhmes komme in Frieden") das Chronogramm 1268 an der Innenseite vermerkt. Ein Fragment der alten Kirchenglocke kann heute im Museum Neukölln auf dem Gutshof Britz besichtigt werden. 1948 wurde die Kirche wiederhergestellt und erhielt Glasmalereien von Charles Crodel (Weihnachts- und Tauffenster).

Eine Taufschale aus dem 15. Jahrhundert,  das ähnlich alte Brotgefäß (Ciborium) fürs Abendmahl und ein Kelch von 1720 sind als Teil des Kirchenschatzes in einer Glasvitrine ausgestellt.

 

Feldsteinbrunnen

Das Ziel einer 1967 durchgeführten archäologischen Grabung neben der Britzer Dorfkirche war, den 1375 im Landbuch Kaiser Karl IV. erwähnten und hier vermuteten Sitz der Herren von Britzik zu finden und zu sichern, bevor das neu geplante Gemeindehaus errichtet werden sollte. Zur Überraschung wurde dann in der Baugrube für das neue Gemeindehaus ein Brunnen aus trocken verlegten Feldsteinen ausgegraben. Die Untersuchung ergab, dass der Brunnen bis in die Zeit um 1900 in Benutzung gewesen sein muss. Über die Jahrhunderte wurde er aber auch häufig gereinigt, so dass er keine datierbaren Relikte mehr enthielt. Allerdings konnte aus der Baugrube Keramik geborgen werden, die eine Datierung in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts ermöglichte. Zudem wurden Bruchstücke von Mauerziegeln im sogenannten Klosterformat sowie Bruchstücke von Dachziegeln ausgegraben. Weitere Funde von Baukeramik, auch Abbruchschutt von einem Ofen aus Topfkacheln mit Vierpassmündung, wie sie in vornehmen Häusern verwendet wurden, weisen auf einen Adelssitz hin.
Der Feldsteinbrunnen ist heute in einem separaten Kellerraum des Gemeindehauses, der gleichzeitig als Ausstellungraum für die Grabungsfunde eingerichtet wurde, nach Anmeldung im Gemeindebüro (Ev. Dorfkirchengemeinde Britz, Tel. 030 60083809) zugänglich.

Im Frühjahr 1968 wurde der Pfarrgarten untersucht. Dabei stieß man auf eine Fundamentmauer des 18. Jahrhunderts und ein älteres, aus Feldsteinen errichtetes Fundamentfragment.

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